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Presseartikel Ballonfahrer landete in der Bütt'

Trotz fehlendem Prinz bot CSC Montabaur im Haus Mons Tabor eine herrliche Sitzung

Ballonfahrer landete in der Bütt'

Kecke Zwiegespräche, Tänze und Stimmungslieder für rund 400 unverdrossene Narren

MONTABAUR. CLI. Mehr Zuschauer und auch eine Wiederholung hätte die Kappensitzung des CSC Montabaur verdient gehabt. Davon konnten sich rund 400 unverdrossene Narren überzeugen, die am Freitag zur einzigen öffentlichen Sitzung dieser Session im Montabaurer Karneval kamen. Sitzungspräsident Karl Arnst kehrte die Probleme des Kreisstadt-Karnevals in seiner launigen Begrüßung auf der geschmackvoll dekorierten Bühne des Hauses Mons Tabor nicht unter den Teppich. "Wir fangen an mit Sitzung Zwei", ulkte er - um dann zum Fehlen eines Prinzen bzw. Hofmarschalls klarzustellen: "Es geht nur, wenn man will - und den, der will, den fand ich nicht." Dafür gab es wieder ein Kinderprinzenpaar: Alexandra II. (Marx) und David I. (Meuer) "vom gemeinsamen Pfad" präsentierten sich in einem gereimten Zwiegespräch erfrischend keck. Begleitet wurden sie von sieben liebevoll verkleideten Zwergen sowie von den neun Kinderpagen der GKM, die einen von Renate Ebert sehr gut einstudierten Tanz zeigten.



"Hoppe, hoppe, Reiter . . ."

Protokoller Arnold Lindner beschäftigte sich anfangs mit großen Themen wie dem China-Besuch Kohls, den Atom-Tests der Franzosen und dem Heiratsverbot für Priester. Erst danach ließ er es lokal knistern, indem er etwa die Geheimpapiere von CDU, SPD und FDP, das Kandidaten-Gerangel bei der CDU ("Hoppe, hoppe, Reiter . . ") und die kundenunfreundlichen Öffnungszeiten der Sparkassen, des Finanzamtes und der Post aufspießte. Danach beeindruckte die Schloßgarde Mons Tabor die vielfach kostümierten Narren mit einem bühnenfüllenden Auftritt. "Fips" Schardt konnte stolz berichten, daß die von Olaf Höbelt kommandierte Garde damit schon den elften Auftritt der Session absolvierte. Die drei Tänze der Kadetten, der Mariechen und von Solistin Nina Karaski (einstudiert von Angelika Oster und Irmtrud Thome) kamen sehr gut an - ebenso wie die Musik der karnevalserprobten Kapelle Venezia (Leitung Herbert Thome).

Auch die Büttenreden konnten sich hören lassen: Markus Hebgen landete als Ballonfahrer in der Bütt'. Er saugte aus dem Ballonspektakel der Exprinzen viel närrischen Honig ("ein Ballon sah wie Fuchse Reinhold aus"). Zudem entdeckte er Parallelen zwischen Politik und Ballonsport: "Je mehr heiße Luft, desto schneller bist Du oben!"

Josef Melchior (76) erinnerte an alte Müllabfuhrzeiten, als der Hennes in Montabaur noch alles abholte. Heute hingegen müsse jeder zum Füllen der diversen Tonnen das Sortieren studieren. Mitgebracht hatte er die Sudhausboys, die den Saal rasch zum Singen brachten. Herrlichen Blödsinn präsentierten "Trips und Trilles" (Herbert Schwickert und Friedel Wiesemeyer). Kostprobe: "Was ist Liebe? - Das Licht des Lebens. Und was die Ehe? - Die Stromrechnung."

Was ist Liebe?

Sehr gut war einmal mehr Thilo Daubach. Diesmal reiste er als "Tegtmeier" durch die Welt, Franz-Josef Strauß und Julio Iglesias imitierend und Kalauer der Güteklasse 1 präsentierend. Viel bewundert wurden die zwei Showtänze. Sehr effektvoll war der Auftritt der 1. Montabaurer Schautanzgruppe (Leitung Rosi Holzenthal), die mit Leuchtstäben einzog und auf der Bühne in glitzernden Kostümen herrliche Tanzbilder zeigte. Mit einer ausgefallenen Choreographie zu verschiedenen Musiktiteln überraschte die Showtanzgruppe der Schloßgarde (Leitung Irmtrud Thome).

Mut für die Zukunft des Sitzungskarnevals in Montabaur machte auch der Auftritt der Sudhausboys. Unter dem tiefgründigen Motto "Die Prinzenrolle" bezogen sie den Saal (am Klavier: Susanne Kunoth) auf sehr lockere und launige Weise in fünf Stimmungslieder ein - darunter natürlich die Montabaurer Nationalhymne von den "Schlösscher".

Alles in allem war es ein doch gelungener Abend - bei dem mehrfach bemängelt wurde, daß die Exprinzen bis auf Willi Löwenguth und natürlich Karl Arnst zu einer Sitzung nach Mainz ausgeflogen waren. So brachten sich die Gefiederten selbst um einen Premierengenuß: Nach langem gab's nämlich erstmals wieder Bier bei einer Kappensitzung im Haus Mons Tabor.
 
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