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Presseartikel "Unsere Herzen werden im Westerwald bleiben"
Vier Wochen lang erholten sich 76 Kinder aus Weißrußland bei Familien in der Region - Nächste Woche kehren sie in ihre Heimat zurück

"Unsere Herzen werden im Westerwald bleiben"

Beim Abschiedsfest trafen sich alle Jugendlichen und Gasteltern
RUPPACH-GOLDHAUSEN. KÜR. Zu einem Abschiedsfest haben sich am Wochenende noch einmal 76 Kinder und Jugendliche aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk und dem strahlengeschädigten Gebiet um die Stadt Tschetschersk mit ihren deutschen Gasteltern und Freunden in der Gemeindehalle von Ruppach-Goldhausen getroffen. "Unsere Herzen werden im Westerwald bleiben", bedankte sich Betreuerin Ludmila Meteliza bei den Familien und bei Detlef Dillmann, Geschäftsführer des Bezirkscaritasverbandes in Montabaur. Bereits zum sechsten Mal haben der Verband und der Vorsitzende dessen Vorstandes, Bezirksdekan Georg Niederberger, in Zusammenarbeit mit der weißrussischen Stiftung "Den Kindern von Tschernobyl" einen vierwöchigen Aufenthalt für strahlengeschädigte Kinder und Jugendliche im Westerwald organisiert.

Die Jugendlichen und ihre fünf Betreuer überreichten Dillmann eine selbstgemalte grüne Westerwaldkarte, auf der rote Herzen die Wohnorte ihrer Gastfamilien markieren und alle unterschrieben hatten. Dillmann bedankte sich im Na men der Caritas für die Bereitschaft



Für Spenden gedankt

deutscher Familien, Kinder aufzunehmen, sowie bei der Ortsgemeinde Ruppach-Goldhausen und heimischen Firmen, die den Spielnachmittag mit Geld- und Sachspenden unterstützt hatten. Auf dem Programm standen neben Torwandschießen und Schminken, Glücksraddrehen, eine Fahrt in der Kutsche oder im Motorrad mit Beiwagen und Zielspritzen mit der Feuerwehr. Zauberer Manioli zog die Kinder ebenso in seinen Bann wie die Volkstanzgruppe Babitschi und die Erste Schautanzgruppe Montabaur II.

Seit dem 2. Juni erholen sich die 9 bis 16 Jahre alten Kinder in 65 Gastfamilien aus dem Unterwesterwald - am 30. Juni werden sie in ihre Heimat zurückkehren. In den vergangenen Wochen haben die Jugendlichen viel von Land und Leuten gesehen. So besuchten sie auf Einladung des Koblenzer Handwerkskammerpräsidenten Karl-Heinz Scherhag einen Tag lang den Kölner Zoo - Scherhag hatte anläßlich seines 60. Geburtstages im vergangenen Jahr dafür bei HELFT UNS LEBEN, der Hilfsorganisation unserer Zeitung, ein Konto eingerichtet. Außerdem erlebten sie einen Familiengottesdienst in deutsch-russischer Sprache und trafen sich mit der Freiwilligen Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk Montabaur zu einem gemeinsamen Essen.

Neben einer Vielzahl von Eindrücken werden die Kinder vor allem eines mit nach Hause nehmen: "Es ist statistisch erwiesen", so Caritas-Mitarbeiterin Rosemarie Holzenthal, "daß strahlengeschädigte Kinder, die einen Sommer im westlichen Ausland mit gesunder Nahrung und frischer Luft verbringen, zumeist ohne Bronchitis über den Winter kommen." Die Kinder hätten ein schwächeres Immunsystem und litten häufig an Asthma, so Rosemarie Holzenthal. Rund 50 Kinder verbringen ihre Ferien bereits zum wiederholten Male in derselben Familie. Das Engagement der Gasteltern sei enorm. Für 1998 gebe es bereits jetzt Einladungen.
 
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