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Presseartikel Narrenschiff segelte in stürmischer See

Narrenschiff segelte in stürmischer See


Montabaurer Pfarrgemeinde zeigte sich emanzipiert auf bewegender karnevalistischer Kreuzfahrt

MONTABAUR. Hoch schlugen die Stimmungswellen im voll besetzten Saal des Pfarrzentrums "Am Kalk" bei der Pfarrfastnacht der Pfarrei "St. Peter in Ketten". Doch Kapitän Karl Ortseifen und Bootsfrau Theresia Schmidt (beide Ettersdorf) steuerten das Unternehmen "Narretei in der Pfarrei" nicht nur gekonnt und in launiger Doppel-Conference durch die närrische Brandung - sie verschafften auch deutlich den entlegenen Gestaden der Pfarrei im "südlichen Gelbachtal" Gehör.

Aber damit nicht genug - dem orthodox-katholischen Prinzip "In der Kirche schweigt das Weib" wollten sich neben der Co-Moderation auch zahlreiche weibliche Besatzungsmitglieder und Passagiere keinesfalls fügen.

Tatkräftige Unterstützung fanden sie mit ihrer Überzeugung gleich zu Beginn bei Kinderprinzessin Rebecca und ihrem ebenfalls mehrheitlich weiblichen Gefolge aus der Schlossgarde (Leitung: Daniela Patzker, Irmtrid Thome sowie den GKM-Pagen mit ihrer Trainerin Renate Schaaf-Ehrhardt.

Als eine Braut (Theresia Schmidt) - nach 17-jähriger Verlobungszeit - zunächst weniger emanzipierte Töne anschlug, konnte Kommandant Ortseifen auch nur kurzfristig auf männliche Unterstützung hoffen, denn auch die Rolle des streitbaren Bräutigams war mit Elke Mövius weiblich besetzt.

Ein solches Umfeld war dann auch Nährboden für Überraschungen anderer Art: Mitten hinein in die prinzenlose Montabaurer Session präsentierte sich "(Ersatz-)Prinz Kurzentschlossen" (Günther Orthey) mit Malerhut, Müllsack-Umhang und Schuhcremedosendeckel-Orden, dessen Amtszeit aber wohl von ähnlich kurzer Dauer sein dürfte, wie die Seifenblasen, die er seiner närrischen Gefolgschaft schenkte.

Dass man nicht auf Weltumseglung gehen muss und mit dem neuen Pfarrer auch lokale Kandidaten finden kann, die "auf dem richtigen Wege" (von Schmitten nach Montabaur) sind und einen goldenen Spiegel verdienen, mussten sich Dr. Fuchs und seine Exprinzen von diesem Pfarrprinzen ins Stammbuch schreiben lassen. Das kreative Potenzial des südlichsten Gemeindeteils stellte dann Karl Ortseifen einmal mehr in einem eigenen Vortrag unter Beweis, als er überraschende Einblicke gab in das Vereinsleben seines gemischten ("die einen können singen, die anderen nicht") Chores "Wohlgemut Ettersdorf".

Nach einer kurzen Pause sorgten die Messdiener-Gruppenleiter zusammen mit Kaplan Hans Mayer mit einer gekonnten musikalischen Handpuppen-Darbietung für neuen Schwung, der sich im "Kirchenhit" nach Tiroler Art (Sie ist so schön, sie ist so toll und manchmal ist sie sogar voll") von Jutta und Wilfried Dickkopf/Inge und Friedel Ortseifen fortsetzte.

Den nächsten Eintrag ins karnevalistische Bordbuch sicherte sich Thomas Kespe, der seine Reiseerlebnisse im "Botterblömche"-Stil zum Besten gab. Wohl dosiert waren die optischen Akzente, die Natalie Schmidt und Nadja Sprenger mit der jungen Formation der ersten Schautanzgruppe Montabaur und Rosa Holzenthal - in bewährter Perfektion - mit der älteren Gruppe darboten.

Ein wahres Wunder, das zweifellos die besonderen "Beziehungen nach oben" der Veranstalter beweist, hatte sich die Reederei verständlicherweise für das Programmende vorbehalten, als sie den närrischen Passagieren Karel Gott und dem wiederbelebten Roy Black in Personalunion (Pfarrer Heinz-Walter Barthenheier), von Matthias Müller musikalisch unterstützt, präsentierte. Dieser konnte sich ebenfalls nicht der weiblichen Übermacht und Zuneigung in den Personen von "Ganz-in-weiß"-Braut Käthe Steindorf und Duettpartnerin Bettina Ortseifen erwehren.

Mit den Sudhaus-Boys zum Dessert des Käptn`s Dinner legte die "MS-Narretei" dann deutlich nach Mitternacht zu den Klängen der bestens eingestellten Bordkapelle "Take Two" (Rainer Mies/Axel Tuscher) im Heimathafen an und schickte ihre Gäste auf einen ausgedehnten Landgang (Polonaise).
 
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